Museum-Digital :: Handbuch

Schlagworte

Schlagworte erleichtern das Auffinden von Objekten. Bei museum-digital kann jedes Objekt mit einer beliebigen Anzahl von Schlagworten belegt werden. Objekte sollten mit jenen Begriffen belegt werden, unter denen das Objekt gefunden werden soll. Der Umgang mit Schlagworten unterliegt bei museum-digital der Normdatenkontrolle, die sich – um eine effektive Weitergabe der Objektinformationen zu ermöglichen – woimmer möglich an den im Bibliotheksbereich üblichen Gepflogenheiten orientiert. Schlagworte werden bei museum-digital als Bezeichnungen für gedankliche Konzepte behandelt und mit Verknüpfungen zu allgemein genutzten Vokabularen (GND, AAT, LCSH, ...) angereichert, sie werden hierarchisiert und mit einer kurzen Beschreibung versehen. Die Hierarchisierung ermöglicht es z.B. bei der Suche nach "Spielzeug" auch ein "Schaukelpferd" zu finden.

Um die Schlagworte möglichst erfolgreich bei Suchen und Weitergaben einsetzen zu können und um die Arbeit der Anreicherung und Hierarchisierung gering zu halten sollten folgende Regeln eingehalten werden.

Ein gutes Schlagwort bezeichnet ein allgemeines Konzept

Bei museum-digital sind kontrollierte Begriffe in vier verschiedene Bereiche unterteilt: Ortsnamen, Namen von Personen oder Institutionen, Zeitangaben und Schlagworte. Die entsprechenden Einträge haben jeweils eigene Qualitäten - ein Ort hat kein Geburtsjahr und ein Zeitraum hat keine Koordinaten. Es ist deshalb wichtig Orts-, Personen-, und Zeitbezeichnungen nicht als Schlagwort einzutragen. Schlagworte sind Bezeichnungen allgemeiner gedanklicher Konzepte. Für museum-digital gilt: Als Schlagworte sind nur allgemeine Begriffe (keine Orte, Akteure oder Zeiten) zulässig.

Ein gutes Schlagwort kommt allein

Ein einzelnes Schlagwort, etwa „Armbrust“, lässt sich in eine Hierarchie als „Art von“ „Schusswaffe“ einordnen. Eine Schlagwortkette wie beispielsweise „Armburst, Schild, Helm, Rüstung“ ist dagegen schwer zu hierarchisieren oder mit Einträgen in allgemein genutzten Vokabularen zu verknüpfen. Manche anderen Datenbanksysteme zur Inventarisierung von Museumsobjekten verfügen über nur ein einziges Feld für Schlagworte. Sollen Objektinformationen aus solchen Systemen korrekt importiert werden, müssen im entsprechenden Feld eines solchen Datenbanksystems stets die gleichen Trennzeichen verwendet worden sein. Für museum-digital selbst gilt: Schlagwortketten unbedingt vermeiden !

Ein gutes Schlagwort ist „singulär“

Im deutschsprachigen Raum werden in Schlagwortverzeichnissen Konzepte üblicherweise mit Begriffen im Singular belegt. Wenn es sich etwa bei einem Museumsobjekt um eine historische Fotografie handelt, die drei Körbe abbildet, dann sollte das Schlagwort „Korb“ verwendet werden - denn bei allen Körben ist es das gleiche Konzept („Korb“), auch wenn es in diesem Falle dreimal zur Anwendung gekommen ist. Es gibt einige wenige Konzepte, die für Dinge stehen, die üblicherweise als Paar auftreten, etwa „Schuhe“. Nur in diesen – wenigen – Fällen ist die Pluralform die geeignetere. Für museum-digital gilt: Schlagworte sind (fast immer) im Singular anzugeben.

Ein gutes Schlagwort ist ein allgemein üblicher Begriff

Die deutsche Sprache erlaubt es Wortketten zu bilden und dabei verständlich zu sein, selbst wenn die Wortketten-Begriffe eher wenig gebräuchlich sind, wie beispielsweise „Kleinkinderlauflernschuhe“. Es ist für die Suche und für die jeweilige Hierarchisierung effektiver an dieser Stelle eine Aufspaltung vorzunehmen und allgemein gebräuchliche Begriffe zu wählen - um im Beispiel zu bleiben: „Kleinkind“ und „Lauflernschuhe“. Anders stets es um Begriffe wie „Fingerring“. Hier bezeichnet der zusammengesetzte Begriff ein allgemein gebräuchliches Konzept. Für museum-digital gilt: Schlagworte sollten aus allgemein üblichen Begriffen bestehen. Wortketten sind, wenn möglich, in solche Begriffe aufzuspalten.

Ein gutes Schlagwort kommt ohne Hierarchie

Das Schlagwortverzeichnis von museum-digital ist hierarchisch aufgebaut. Durch die Normdatenredaktion werden neu hinzukommende Schlagworte in diese Hierarchie eingegliedert. Es ist deshalb unnötig ein Objekt mit mehreren Schlagworten aus einer hierarchischen Ordnung zu belegen, also etwas zu einem Objekt, welches ein „Paar Ohrringe“ darstellt sowohl „Ohrring“ als auch „Ohrschmuck“ als auch „Schmuck“ als Schlagworte zuzuordnen. Diese Hierarchie („Ohrring“ → „Ohrschmuck“ → „Schmuck“) liegt bereits im Schlagwortverzeichnis von museum-digital vor, sie wird bei Suchanfragen berücksichtigt. Für museum-digital gilt: Als Schlagwort ist stets der treffendste Begriff zu wählen, hierarchisch übergeordnete Begriffe sind dann zu vermeiden.

Ein gutes Schlagwort macht sich nicht klein

Das mit einem Schlagwort bezeichnete Konzept „Korb“ gilt auch für einen besonders kleinen „Korb“, ein „Körbchen“. Diminutive sollten vermieden werden. Zum einen lässt sich schwer eine Übereinstimmung darüber erzielen, ab welcher Größe ein „Körbchen“ ein „Korb“ ist, zum anderen liegt auch dem kleinen Körbchen das Konzept „Korb“ zugrunde. Für museum-digital gilt: Schlagworte sollen ohne Verkleinerungsform verwendet werden.

Ein gutes Schlagwort ist nicht „-artig“ oder „-förmig“ …

Wenn ein Museumsobjekt in seiner Form eine „Birne“ nachahmt, dann steht hinter der Gestaltung das Konzept „Birne“ auch wenn das Objekt möglicherweise im allgemeinen Sprachgebrauch als „birnenförmig“ bezeichnet wird. Wenn die Oberfläche eines aus Plastik geformten Designerstuhls so gestaltet ist, dass sie den Eindruck erweckt, der Stuhl sei aus Holz, so ist das Schlagwort „Holz“ zu verwenden (denn das ist das dahinter stehende Konzept), keinesfalls aber „Holzdekor“, „Holzoptik“, „Holzimitat“ oder „Holzlook“. Für museum-digital gilt: Schlagworte bezeichnen die jeweiligen Konzepte selbst, wenn es sich um Imitationen handelt, dann kann das Schlagwort „Imitation“ zusätzlich verwendet werden. (Eine Ausnahme bilden Terme aus biologischen Klassifikationen, etwa „Delphinartige“ - hier ist das „-artige“ Teil der üblichen Benennung eines Konzeptes.)

Ein gutes Schlagwort ist ein Nomen

Ganz generell eignen sich Adjektive („gestanzt“, „lakiert“, „gepunzt“, …) nicht als Schlagworte. Häufig beschreiben Adjektive zusätzliche Qualitäten („Gepunztes Silber“) und lassen sich besser in der allgemeinen Objektbeschreibung unterbringen – als Alternative lassen sie sich durch entsprechende Hauptworte ersetzen (im Beispiel: „Punzierung“ und „Silber“.) Für museum-digital gilt: Adjektive sind als Schlagworte zu meiden.

Ein gutes Schlagwort kennt kein „Motiv“

Es ist schwer eine Einheitlichkeit darüber herzustellen, ob ein Gemälde, welches eine Brücke abbildet das Konzept „Brücke“ umsetzt oder ob in diesem Falle die Brücke ein Motiv – und „Brücke (Motiv)“ ein eigenes Konzept darstellt. Weil aber das letztlich zugrunde liegende Konzept stets die „Brücke“ ist, gilt für museum-digital: Schlagworte brauchen keinen Zusatz „(Motiv)“.

Ein gutes Schlagwort ist modern

Für Schlagworte sollte, wie generell bei museum-digital, die neue Schreibweise (z.B. Schlägel statt Schlegel) verwendet werden. Insbesondere bei Importen von „Altdaten“ aus Museumsdatenbanken kommen jedoch häufig viele Bezeichnungen in alter Schreibweise in die Datenbank. Diese werden von der Normdatenredaktion entweder durch die neue Schreibweise ersetzt oder – falls noch sehr gebräuchlich – als Synonym zur neuen Schreibweise in das Schlagwortverzeichnis von museum-digital eingetragen. Für museum-digital gilt die neue Rechtschreibung.

Zuletzt bearbeitet: 2019-08-04